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#Griechenland - wie geht es weiter?

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fragez. #Griechenland - wie geht es weiter?

Beitrag von lupa am Mi 15 Jul 2015, 00:26



Schon im 1. Hilfspaket gibt es ein Passuss, dass die Geldgeber jederzeit, bei Nichtzahlung bzw. Zahlungrückstand, Betriebsstätte der Regierung (zB Akropolis) jederzeit pfänden können. Damit war seinerzeit der Ausverkauf des Landes in Erwägung gezogen worden. Die Verantwortlichen der damaligen Regierung scheint dies nicht bewusst gewesen zu sein was dies bedeutet oder sie nahmen es bewusst in Kauf. Ob es aus Dummheit oder aus Geldnot unterschrieben wurde kann ich nicht beurteilen. Doch eines ist wohl wahr: es ist Volkseigentum über das auch eine Regierung nicht ohne weiteres verfügen darf.

Das 2. Hilfspaket war ähnlich gestrickt.

Jedoch was das jetzige 3. Hilfspaket betrifft, das übertrifft alles da gewesene. Da wollen die Geldgeber ein Land ausbluten, ihnen jede Möglichkeit geben eigenständig bestimmen zu dürfen, für alles und jenes müssen erst die Geldgeber befragt werden. Erst wenn es von da eine Zustimmung gibt darf die Regierung in Griechenland handeln. Damit haben die Geldgeber das Land und seine Regierung vollkommen in der Hand. Griechenland ist den Geldgebern ausgeliefert. So was darf es einfach nicht geben.

Tsipras hat einen schweren Stand.
Auf der einen Seite will das Volk keine weiteren Sparmaßnahmen mehr, auf der anderen Seite wollen sie im Euroraum bleiben. Beides ist so nicht machbar. Er wäre besser beraten dies abzulehnen und lieber raus und weg vom Euro. Wenn er dies dem Volk richtig und gut erklärt, glaube dass es auch im letzten Winkel des Landes verstanden wird.

Die Kredite dienen nur dazu, dass weiterhin der IWF und die EZB bedient werden. Griechenlands Schulden wachsen auf die Summe von 400 Milliarden Euro an. Eine Summe die das Land niemals zurück zahlen kann. Es gibt keine Industrie, Obst und Oliven wie auch die Touristikbranche reichen nicht aus, ist Jahreszeit und Saisonabhängig.

Der Euro kommt erst mal nur als Devisen ins Land. Die Drachme wird zwar abgewertet werden doch das Land kann sich erholen und so viel mehr auf Wirtschaft bauen als jetzt mit dem Euro.

Geht Griechenland nicht aus dem Euro-Raum, so gehört das Land eines Tages den Geldgeber. Griechenland wird besetzt und von fremder Hand regiert.




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fragez. Zeit gewonnen - doch für wie lange?

Beitrag von lupa am Fr 17 Jul 2015, 08:26

Tsipras hat sich durchgesetzt



Tsipras hat sich im griechischen Parlament mit Hilfe der Opposition durchgesetzt. Abweichler in den eigenen Reihen. Das bedeutet: er muss in seiner Regierung einige Posten neu besetzen. Ob sich das ganze bewährt wage ich zu bezweifeln. Wahrscheinlich wird er um Neuwahlen am Ende des Jahres oder im neuen Jahr nicht herum kommen. Ob er dann wiedergewählt wird wird sich zeigen.

Er hat nun erstmal Zeit gewonnen.

Die EZB hat die Banken mit weiteren 900 Millionen gestützt, was jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Weitere 7 Milliarden sollen noch kommen. Doch diese sind sogleich wieder weg. Er muss am 20. d. Monats 3,5 Milliarden an die EZB zahlen, dazu der Rückstand an den IWF. Da bleibt kaum noch was übrig.


Doch jetzt kommt es dicke:

die Verhandlungen für ein 3. Hilfspaket sollen (wenn alle EU-Länder zugestimmt haben) ab Montag beginnen. Die Geldgeber wollen bis zu ca. 90 Milliarden Euro bewilligen aus dem ESM jedoch mit der Prämisse, dass das Geld nur schrittweise ausgezahlt wird. Erst neue Reformen dann gibt es Geld. Jedes Gesetz muss den Geldgeber vorgelegt und von denen bewilligt sein. Damit ist die griechische Regierung handlungsunfähig, den Geldgeber vollkommen ausgeliefert. Das wird nicht lange gutgehen.

Habe wenig Hoffnung, dass sich das Land in der vorgegebenen Zeit von 3 Jahren wirtschaftlich erholt hat. Denn genau solange gilt der Vertrag mit den Geldgebern (ESM).

Ohne einen Schuldenschnitt oder eine langgestreckte Umschuldung wird es nicht gehen. Geldgeber (vor allem Schäuble) haben schon angekündigt, dass es nur bei Austritt aus dem Euro-Raum einen Schuldenschnitt geben kann oder geben wird.


Bleibe dabei:

weg vom Euro wäre die bessere Alternative für das Land. Sie würden sich schnell erholen und wären in 2 Jahren wieder im Plus. Der Euro kommt eh ins Land als Devisen. Import/Einkauf, Urlaub ins Ausland uvm. wird sich zwar verteuern, bei vielen erst mal nicht machbar, wäre jedoch das kleinere Übel. Denn auf der anderen Seite wird der Fremdenverkehr einen ennormen Aufwind erfahren. Das gibt neue Arbeitsplätze. Außerdem bin ich mir sicher, dass dann auch ausländische Firmen in Griechenland investieren werden. Auch das gibt auf lange Sicht Arbeitsplätze die das Land dringend braucht.

Wenn dann noch das Gesundheitswesen und die Soziale Absicherung in Angriff genommen wird (ähnlich wie bei uns als Beispiel) da hätten die Menschen mehr an Absicherung und müssten nicht auf Medikamenten- und Lebensmittelspenden angewiesen sein.





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fragez. Re: #Griechenland - wie geht es weiter?

Beitrag von lupa am Fr 17 Jul 2015, 19:27

bin gespannt wie es weiter geht ...



Die Reden im Bundestag hat es wieder eindeutig gezeigt, man will Tsipras abstrafen. Schäuble und Merkel haben mit ihrer harten Haltung, was die Vorgaben für das 3. Hilfspaket betrifft, dem Ansehen Deutschlands schwer geschadet.

Immer wieder wurde betont, dass das Verhältnis zu Frankreich nicht gelitten habe, was so aber nicht stimmt. Hollande hat deutlich gemacht, dass er so ein Paket nicht zustimmen werde. Selbst England ist eingeknickt und haben auf Druck der Bevölkerung zugestimmt. Die Stimmung gegen Schäuble und Merkel zog sich durch alle Euro-Länder.

Was ich als besonders bösartig empfinde ist dies: da reden sie davon, dass sie an die Menschen in Griechenland denken würden, gleichzeitig verlangen sie noch mehr an Spar-Reformen die die Menschen noch weiter in die Armut treibt. Seit 2010 hat niemand von denen an die Menschen in Griechenland gedacht, die Troika musste sehen wohin die vorgegebenen Reformen führen, es war egal. Doch jetzt so tun als ob ihnen die Menschen leid tun ist ein Hohn schlechthin. Die Troika hätte die Armut bzw. diese Reformen stoppen können, haben sie aber nicht.

Dass Tsipras nicht dafür ist jedoch den Reformen zustimmt ist von daher, er hat keine andere Wahl. Das Volk will im Euro-Raum bleiben, die Banken waren fast pleite. Er hat sich nicht getraut zu sagen, wir gehen weg vom Euro. Dass damit jedoch das letzte Wort noch nicht gesprochen ist dürfte jedem klar sein.

Wenn die Vorgaben der Geldgeber zu hoch sind, die Menschen weiter in die Armut rutschen, bin überzeugt dass das Volk von selbst kommt und sagt: lieber raus aus dem Euro als weiter zu verarmen.

Nun erst mal abwarten was kommt. Selbst Lagarde vom IWF sagt, dass es eine Umschuldung und Streckung der Rückzahlungen oder einen Schulden schnitt geben muss. Das Land kommt sonst nicht aus den roten Zahlen, aus eigener Kraft mit Sicherheit nicht.

Doch eine Regierung zu entmündigen, so wie es sich Schäuble und Merkel vorstellen, das ist nicht nur unverschämt, das hat mit Demokratie denken nichts mehr zu tun.

Man will keine Linke Regierung in der EU dulden.
Und dann noch ein Ministerpräsident ohne Krawatte, das geht schon mal gar nicht.

Sie werden sich daran gewöhnen müssen.
Nicht alle sind stockkonservativ.





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fragez. Re: #Griechenland - wie geht es weiter?

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